Kuba

Im Juni 2012 bereiste ich für 3 Wochen Kuba. Ich war bereits 2005 in dem Land, da ich einen sehr guten Freund dort habe. Damals hatte ich jedoch keine Zeit, um Spinnen zu suchen. Nun wollte ich zwei der drei Wochen dazu nutzen, um möglichst viele verschiedene Arten von Vogelspinnen zu finden.

Kuba zeigte sich diesbezüglich als ein wirklich tolles Land mit einer großen Vielfalt von verschiedenen Vogelspinnen.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an Jan-Peter Rudloff für die Identifikation der meisten gefundenen Arten.

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Wie den meisten bekannt ist, ist Kuba eines der letzten " echten " sozialistischen Ländern neben Nord- Korea. Dementsprechend schwierig ist für die Bevölkerung das Leben in einem Land, in dem alles zerfällt und man das , was man wirklich benötigt, nur mit Devisen bekommt. 

Havana hat einen maroden Charme und ist in den Ecken die restauriert wurden wirklich schön. Und selbst in Havana kann man Vogelspinnen finden.

 

Kubas Fauna hat einige interessante Besonderheiten. So gibt es zum Beispiel keine Giftschlangen und es gibt eine große Anzahl verschiedener 

Anoli Arten.

Hier eine Auswahl verschiedener Anolis, die ich während meiner Reise gefunden habe.

Nachtruhe

Auch das Kubakrokodil ( Crocodylus rhombifer ) gibt es nur hier auf dieser Insel

Wie bereits erwähnt, kann man selbst in der Hauptstadt  Havana Vogelspinnen finden. Diese gibt es teilweise in hoher Populationsdichte.

Hier das typische Habitat:

Die Tiere legen Röhren mit ca. 30 cm Tiefe im Erdreich an

Bei dieser Art hier in Havana dürfte es sich um Phormictopus cubensis handeln

In der Nacht lassen sich die Spinnen aus ihrer Wohnröhre locken

 

 

Die zweite Vogelspinnenart, die ich in Kuba gefunden habe, war Phormictopus cautus. Diese dürfte ich an zwei  verschiedenen Stellen in ca. 100 km Abstand gefunden haben. die Tieren an der ersten Lokalität fand ich durch Zufall, als ich auf der Autofahrt kurz anhalten musste. Die Tiere an der zweiten Lokalität waren größer und etwas "wuscheliger", aber auch hier soll es sich im P. cautus handeln.

Habitat der ersten Kolonie:

Wohnröhre

Phormictopus cautus

 

Die zweite Kolonie war an einer landschaftlich sehr reizvollen Stelle zu finden

Wie eingangs beschrieben waren diese Spinnen größer als die Tiere an Fundort 1

 

 

Im gleichen Habitat lebte eine bisher unbeschriebene Cyrtopholis Art.

Hier ein Blick auf die Umgebung , in der die kurzen Wohnröhren zu finden waren

unbeschriebene Cyrtopholis sp. Die Spinnen haben ausgewachsen eine Körperlänge von ca. 3 cm 

 

Ganz in der Nähe wollte ich bei einer Pause ein Bier trinken, als mir der Kellner in dem Restaurant einen Karton zeigte. In dieser war ein riesiges  adultes Männchen  einer Phormictopus sp. Dieser sei am Morgen hinter dem Restaurant herum gelaufen. Dort fand ich dann beim Suchen am Abend auch mehrere Wohnröhren von Vogelspinnen. Diese Tiere waren aber wesentlich kleiner, als das adulte Männchen  mit vielleicht 1/3 der Größe.

Welche Art diese Tiere genau waren, ist unklar. ich denke aber, dass es 2 verschiedene waren, wobei der Bock Phormictopus  auratus sein könnte.

Das Habitat 

Die an der gleichen Stelle mir unbekannte Phormictopus sp. war wesentlich kleiner , als das adulte Männchen

Dann habe ich die Spinnenart gefunden, die ich unbedingt fotografieren wollte. Cyrtopholis bryantae. Meiner Meinung nach einer der schönsten Spinnen in Kuba und sehr selten. Im Grunde kommen die Tiere nur in einem winzigen Gebiet auf Kuba vor.

Außerdem eine der wenigen Arten in Südamerika mit einem Horn auf dem Carapax, welches häufiger bei der afrikanischen Gattung Ceratogyrus vorkommt.

Habitat

Wohnröhre von Cyrtopholis bryantae

adultes Exemplar einer Cyrtopholis bryantae

Das Horn auf dem Cephalothorax ist gut zu erkennen. Die Funktion ist unklar

 

In einer anderen Gegend konnte ich gleich drei verschiedene Arten Vogelspinnen fotografieren. Die erste war eine kleine unbekannte Art. Diese war sehr aggressiv bei Störung und versuchte sofort zu beißen.

Habitat

Vermutlich handelt es sich hierbei auch um eine Cyrtopholis sp. Die Tiere hatten eine Körperlänge von ca. 2 cm

 

 

Im gleichen Habitat fand ich eine Art, die bei Störung ein Verhalten wie eine Pamphobeteus sp. zeigte. Die Tiere pressten sich auf den Boden und präsentierten ihr Abdomen mit den Brennhaaren, anstatt wegzulaufen.

An den Fundorten kamen diese Spinnen in einer hohen Populationsdichte vor

Spiderling

juveniles Tier

adultes Weibchen

Auf diesem Bild kann man gut sehen, wie die Spinne das Abdomen anhebt und ihre Brennhaare präsentiert

In einer etwas trockeneren und heißen Umgebung nicht weit entfernt fand ich eine weitere sehr schöne Art.

Citharacantus cyaneus

Habitat und Röhre 

Citharacantus cyaneus

Im gleichen Habitat fand sich noch eine hübsche Lycosa sp.

 

Circa 200 km entfernt fanden sich in einem anderen Gebiet erneut 3 verschiedene Arten an Vogelspinnen. Eine sehr große war Phormictopus bistriatus

Auch dies war eine eher trockene Umgebung

 

Von dieser Art wurden auch Röhren in Böschungen gegraben

Phormictopus bistriatus ist eine große Art mit ca. 7 cm Körperlänge

 

Sehr viel kleiner mit nicht mal 2 cm Körperlänge ist Cyrtopholis regibbosa aus einer ebenfalls sehr trockenen Gegend mit sandigem Boden

Cyrtopholis regibbosa

 

Ebenso konnte ich auch noch mal Phormictopus auratus fotografieren. Unter einem Stein mit reichlich Ameisen , welche äußerst schmerzhaft beissen konnten, fand ich 3 Spiderlinge. Diese schienen durch die Ameisen nicht behelligt zu werden.

Spiderling

juveniles Tier

adultes Weibchen

Abschliessend noch ein Video einer großen Dipluridae. Die Tiere waren sehr scheu und kamen nur ganz vereinzelt in kühleren und feuchten Gebieten in bergiger Landschaft vor: