Malaysia

m Jahr 2008 war ich für 2 Wochen in Malaysia  unterwegs. In der kurzen Zeit konnte ich nur einen Bruchteil des Landes besuchen  und ich hatte auch sehr wenig Zeit, um aktiv nach Spinnen zu suchen. Was mir aber sehr in diesen Ländern auffiel war die große Zerstörung der Umwelt vor allem durch die ständig weitere Verbreitung von Ölpalmen.  Dies ist ein Problem in allen von mir bereisten Ländern.

2013 war ich erneut in Malaysia und habe einige Tage in den Fraser`s Hills in der Nähe von Kuala Lumpur mit der Suche nach Vogelspinnen verbracht.

Des weiteren bereiste ich Ende 2016 für eine Woche die Provinz Sabah in Boreo, welche ebenfalls zu Malaysia gehört.

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 Nach meiner Ankunft in Kuala Lumpur im Jahr 2008 wurde zuallererst meine Kamera geklaut, so dass ich mir im nächstbesten Laden einen Ersatz kaufen mußte,

der einigermaßen meine Bedürfnisse erfüllen konnte. Zum Glück hatte ich erst 4 Bilder gemacht, so dass ich den Verlust einigermaßen verschmerzen konnte.

Nach dem üblichen Sightseeing in Kuala Lumpur ging es in die Cameron Highlands. Hier herrscht ein kühleres Klima als in den restlichen Teilen Malaysias und

Teile davon sind noch mit dichtem Wald bewachsen. Auffallend ist auf dem Weg dahin, dass Malaysia statt Wäldern eigentlich nur noch Palmölplantagen hat.

Eine weltweite bedenkliche Entwicklung... Die Cameron Highlands sind bekannt für den dort angebauten Tee und große Teile sind mit Teeplantagen bedeckt:

Auch eine zunehmende Erschließung der Gegend , wie z.B. der Bau einer neuen Autobahn trägt zu Umweltzerstörung bei:

 

Auf dem folgenden Video kann man sehen, wie die Cameron Highlands intensiv landwirtschaftlich genutzt werden:

Ein weiters Negativbeispiel sind die sogenannten " Butterfly Farms " in den Camron Highlands, welche viele Touristen anlocken. So schön die Schmetterlinge doch sind, desto unschöner werden alle anderen Tiere gehalten. Die verschiendenen Frösche, Geckos , Schlangen, Insekten und Spinnen werden einfach ausgetausch, wenn sie tot sind. Ich konnte so abgemagerte Geckos sehen, dass ich bezweifel, ob die Tiere überhaupt gefüttert werden.
Es folgen ein paar Eindrücke. Die Schmetterlinge sind wirklich sehenswert:

Ein völlig abgemagerter Gecko smithi:

Cyriopagopus sp.

Auch in der Natur haben aufgrund von Unwissen viele Tiere wenig Chancen, wenn sie auf Menschen treffen. Vor allem Schlangen werden jederzeit totgeschlagen, wobei die meisten völlig ungiftig sind.

Macrocalamus tweediei

 

Diese schöne Oreocrypthophis porphyracea  war leider auch tot...

Trotz den vielen negativen Erlebnissen konnte ich jedoch auch einige schöne Spinnentiere entdecken. Hier in dieser Gegend gab es besonders stattliche Exemplare von Nephila pilipes

 

Es kam im gleichen Habitat auch noch eine andere mir unbekannte Nephila sp. vor:

 

Auch Nephilengys malabarensis ist in den Cameron Highlands zu Hause.

Eine weitere in Malaysia vorkommende Familie  an Spinnen sind Liphistiidae. Diese Falltürspinnen werden aufgrund ihres segmentierten Hinterleibs auch Gliederspinnen genannt und gehören zu den sehr urtümlichen Spinnen. Eine große Art, Liphistius malayanus, welche in Fraser Hills in Malaysia lebt, wurde 2005 unter Schutz gestellt, da die Tiere in zu großen Mengen abgesammelt wurden. Auch die Vogelspinnen Malaysias stehen seit 2005 unter Schutz und dürfen eigentlich nicht mehr exportiert werden.
Hier ein Artikel dazu: thestar.com.my/news/story.asp

Die Falltüren der Spinnen sind unglaublich schwer zu entdecken und nur anhand der Signalfäden zu erkennen. Auf dem folgenden Bild sieht man mittig eine Falltür:

 

Aus der Nähe:

Liphistius sp.

Des weiteren lassen sich in den Cameron Highlands noch Gasteracantha spp. finden. Diese hier war mir bisher unbekannt .

Damarchus spp. sind mygalomorphe Spinnen, die in Böschungen Röhren anlegen, welche im Grunde aussehen wie die von Vogelspinnen.

 

Nach den Cameron Highlands stand die Insel Penang auf dem Programm. Hier kann man den "Hausberg" besuchen, welcher noch etwas ursprüngliche Natur auf dieser sehr erschlossenen und stark bewohnten Insel beherbergt.
Penang von oben:

Der Aufstieg ist recht bequem, da man mit einer kleinen Bahn hochfahre kann und dann bequem zurückwandern kann. Auf dem Weg kann man an den Böschungen der Straßen nac Vogelspinnen suchen.
Bahn, welche auf den Penang Hill führt:

Man wird darum gebeten, bitte außer Fußspuren nichts zu hinterlassen und nur Photos zu machen. Aus diesem Grunde habe ich keine Spinnen ausgegraben. Neben der weiter unten aufgeführten Chilobrachys sp. habe ich noch eine andere Vogelspinnenart gefunden, die ich aber nicht vernünftig fotografieren konnte. Es dürfte sich bei dieser Röhrenbewohnenden Spinne ggf. um eine Coremiocnemis sp. gehandelt haben. Des weiteren wird auch Cyriopagopus schioedtei auf Penang gefunden.

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Die Spinnen ließen sich wieder am einfachsten an den Straßenrändern finden, wo sie horizontale Röhren graben.
Vorne im Bild neben dem Farn ist der Eingang einer Röhre:

Aus der Nähe:

 

Chilobrachys sp. am Eingang der Behausung:

Eine weiterer seltener und faszinierender Anblick auf Penang waren Ameisen  der Art Camponotus gigas. Auf den Bildern erkennt man eine "kleine" Minor Arbeiterin, die aber nahezu 2 cm Körperlänge hatte. Weitere Informationen zu dieser Art finden sich hier:
de.wikipedia.org/wiki/Camponotus_gigas

2013 bereiste ich für einige Tage Fraser`s Hill , welcher auch aufgrund der Höhe von ca. 1000m ü.NN eine kühlere Temperatur aufweist. Hier wollte ich vor allem Coremiocnemis und Psedocnemis spp. beobachten, die alle in dem gleichen Habitat leben. Hier kommt es immer wieder zum illegalen Absammeln dieser schönen Tiere. Kurz nach meinem Besuch wurde Fraser`s Hill von polnischen "Vogelspinnenliebhabern" heimgesucht. Ein guter Freund schickte mir im Nachhinein Bilder zahlreichenaufgegrabenen Hänge. Man sollte bedenken, dass alle in Europa angebotenen Coremiocnemis hoggi aus illegalen Aktionen stammen !
 

Das Wahrzeichen von Fraser`s Hill, der Clocktower:

Auch hier der Hinweis, keinen ein Eingriff in die Natur durchzuführen:

Spinnen findet man hier vor allem an Böschungen, wobei man auf engem Raum gleich mehrer Arten finden kann.

An dieser Stelle konnte ich in der Nacht 8 Coremiocnemis hoggi finden, welche man auch alle auf dem Foto entdecken kann.

Frasers Hill ist Lebensraum von Liphistius malayanus, welche hier schon selten geworden ist. Die Falltüren sind recht schwer zu entdecken und gut getarnt.

Mit einem Grashalm lassen sich die Tiere manchmal hervor locken. Dies geschieht blitzschnell:

Gut zu erkennen ist der segmentierte Hinterleib dieser urtümlichen Spinnen.

Auf diesem Video sieht man, wie schnell die Tiere sind:

An gleicher Stelle findet man auch Sparassidae

Sehr häufig ist eine kleine Damarchus sp. , deren Bauten man leicht mit denen von Vogelspinnen verwechseln kann.

Die Bauten von Coremiocnemis und Psedocnemis sp. habe ich ausschließlich an Hängen gefunden, wo die Tiere vertikale Röhren angelegt haben.

Am Tage waren diese mit einer dünnen Gespinnstschicht verschlossen. Oft saßen die Tiere direkt dahinter.

Am häufigsten fand ich Coremiocnemis hoggi, die man an den buschig behaarten Beinen erkennen kann.

Etwas unscheinbarer wirkt Coremiocnemis jeremyhuffi

 

Dieses ist vermutlich eine Psedocnemis gnathospina. Die Tiere waren sehr defensiv

Psedocnemis davidgohi ist wieder etwas attraktiver gefärbt. Hiervon konnte ich sehr große Exemplare fotografieren.

Diese sehr große Vogelspinne läßt sich keiner der bisher von Frasers Hill bekannten Spinnen zuordnen. Laut Rick West könnte es sich eventuell um eine Selenocosmia sp. handeln

Hier eine diese mögliche Selenocosmia sp. beim Gras fressen...

 

An Schlangen gab es auf dieser Höhe Amphiesma inas

 

Ende 2016 bereiste ich die Sabah Provinz auf Borneo für eine Woche. Mag man an Wildnis und Orang Utangs bei dem Begriff Borneo denken, so gibt es diese Tiere an einigen Hotspots noch, aber

letztendlich ist der Großteil der Insel wie der Rest von Malaysia und Indonesien von Palmölplantagen bedeckt. Mein Standort war Kota Kinabalu , um den Mount Kinabalu Nationalpark zu besuchen , welcher mit dem

gleichnamigen Berg die höchste Erhebung auf Borneo ist. Die Stadt Kota Kinabalu besticht weitestgehend nur durch mit durch Verkehr verstopfte Strassen.

 

Mt. Kinabalu Nationalpark

 

Die Lagen mit einer Höhe von über 1400 m  sind Lebensraum von Phlogiellus pelidnus. Interessanterweise lebt diese große Phlogiellus sp. sowohl als Röhrenbewohner an Hängen und Böschungen,

die Tiere leben jedoch auch arboreal in Baumhöhlen und spalten.

 

Hier ein Tier in einer Baumhöhle:

 

Nur wenig entfernt finden sich Tiere in typischen Röhren

 

typisches Habitat von Phlogiellus pelidnus im Crocker Range Nationalpark

 

Unterschlupf

 

Phlogiellus pelidnus

In diesem Video sieht man die Tiere in ihrem Habitat:

 

Im gleichen Gebiet  konnte ich noch eine kleine unbekannte Phlogiellus sp. finden

 

Auch Argiope sp. waren sehr häufig

 

In tieferen Lagen Sabahs lebt als Röhrenbewohner Phlogiellus obscurus, welche wie Phlogiellus pelidnus erst 2016 beschrieben wurde.