Peru

Im Juni 2014 bereiste ich für 3 Wochen Peru. Peru ist ein Land mit einer sehr großen Biodiversität mit verschiedensten Habitaten von den Küstenregionen westlich der Anden , der Bergwelt und dem Regenwald östlich der Anden mit dem Amazonasbecken. In Peru herrscht kein rein tropisches Klima vor. Der Einfluss der Anden und des Humbold Stroms führen zu einer großen Diversität bezüglich des Klimas. An der Küste ist es gemäßigt mit hoher Luftfeuchtigkeit mit Ausnahme der wärmeren Küstenabschnitte im Norden. In den Bergen ist es im Sommer regnerisch , aber mit zunehmender Höhe wird es kälter und trockener bis zu den ständig schneebedeckten Gipfeln . Westlich der Anden im Amazonasbecken herrscht das typische tropische Wetter der Regenwälder mit viel Niederschlag vor mit etwas geringeren Niederschlägen zwischen Juni und September. Im südlichsten Bereich ist es etwas kühler und die Regenzeiten sind deutlicher von den Trockenzeiten abgetrennt.

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Ich teilte meine Reise in drei Gebiete auf . Eine Woche verbrachte ich im Süden des Amazonasbeckens im Tambopata Research Center am Tambopata Fluss und eine Woche im Tamshiyacu- Tahuyao Research Center ca. 4 Stunden von Iquitos entfernt. In der Zeitr dazwischen war ich in den Anden unterwegs. Um in das Tambopata Research Center zu kommen, muss man eine 8 stündige Bootsfahrt auf sich nehmen.

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Das Research Center ist nahe am Fluss gelegen und der Regendwald in dieser Region wird während der Regenzeit nahezu komplett überflutet.

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Der Hauptteil der Forschung betriift die Aras, welche in diesem Gebiet noch zahlreich brüten.

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Am Fluss kann man das größte Nagetier der Welt beobachten - das Capybara. Auch Tapire und Jaguare streifen noch häufig in diesem Gebiet.

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Verschiedenste Affenarten sind ebenso häufig in der Nähe des Research Centers

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In der Nacht werden die verschiedensten Laubfrösche aktiv

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Pfeilgiftfrösche sind am Tag aktiv. Die beste Zeit zum auffinden dieser Tiere ist die Zeit nach Sonnenaufgang oder direkt vor der Dämmerung.
Ameerega trivittata

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junger Amereega picta

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Gottesanbeterin

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Stabschrecke

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Bezüglich Spinnen wurde kürzlich viel über das Tambopata Research Center berichtet ( Wired Magazine, National Geographic ), da von Forschern an Bäumen unbekannte Strukturen gefunden wurden, bei denen unklar war, was dies ist. Man fand heraus, dass eine Spinne ein einziges Ei in dem " umzäunten" Turm ablegt. Zu welcher Art die Spinne gehört , ist momentan noch Gegenstand der Untersuchungen. Ein Artikel über die Geschichte dieser " Silkhenge Spinne" für das Arachne Magazin der Dearge ist aktuell in Vorbereitung.

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Die Struktur ist sehr klein und die schlüpfende Spinne noch kleiner. Hier ein Größenvergleich:


Die Diversität bezüglich Spinnen ist in Peru sehr groß. Hier einige Beispiele interessanter Arten. Diese Netzbildende Araneae sp. ist so gut getarnt, so dass sie nur mit viel Glück zu entdecken ist. Das Muster auf dem Abdomen entspricht genau der Form des Moses, welches auf dem Baum wächst.

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Viele der Radnetzspinnen sind sehr farbenfroh

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Diese wurde die " Disco Spinne " genannt, da das Abdomen an eine Diskokugel erinnert.

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Andere sahen mehr aus wie Marienkäfer

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Während andere mehr an eine Stabschrecke erinnern. Das Abdomen dieses Tieres ist sehr flexibel und auch diese Spinne baute Radnetze.

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An sonnigen Stellen im Wald findet man Nephila clavipes

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Auch Argiope sp. mögen Lichtungen im Wald

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Eine weitere hübsche Familie sind die Salticiadae. Aufgrund der guten Sicht wirken diese Tiere immer sehr neugierig. Dies könnte eine Cobanus sp. sein.

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Diese farbenfrohe Agenelidae sp. ist im Amazonasbecken sehr verbreitet und ich habe die Tiere auch schon im Norden Ecuadors beobachten können.

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In den wärmeren Gegenden Perus kann man auch die soziale Gattung Anolesimus im Wald aber auch an Strassenrändern finden.

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Die Gemeinschaftsnetze können mehrere Meter groß werden

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Die mit Abstand größte Gruppe der Arachniden, die man nachts finden kann , machen aber die Ctenidae aus.
Ancylometes sp.

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unbekannte recht farbenfrohe Ctenidae
Weibchen ( mehr tot als lebendig )

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adultes Männchen

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Phoneutria sp., adultes Männchen

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verschiedene Ctenidae

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Im Gegensatz zu den anderen Ctenidae, die Nachts frei umher streifen, lebte diese unbekannte Art in einer selbstgegrabenen Röhre im Boden

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Um mygalomorphe Spinnen im Regenwald zu finden muss man wissen, welche Areale in der Regenzeit überflutet werden. Überall dort, wo es zu Überschwemmungen kommt, findet man keine bodenbewohnden Vogelspinnen. Die meisten kleinere mygalomorphen Spinnen leben unter oder in verottetem Holz wie z.B. diese Dipluridae sp.
Weibchen

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adultes Männchen

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In einem Gebiet von nur ca. 100 Quadratmetern konnte ich an einer erhöhten Stelle in der Nähe des Flusses unter Holz gleich drei verschiedene Vogelspinnenarten finden.
Diese unbekannte Art ereichte ca. 4 cm Körperlänge

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Spinne im Habitat:

Im gleichen Habitat lebte diese Cyriocosmus sp. . Diese Art ist aber auch in der Nähe von Puerto Maldonado an Böschungen neber der Strasse zu finden, wo sie kurze Röhren anlegen.

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Röhre von Cyriocosmus sp.

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Cyriocosmus sp. im Habitat

Eine weitere unbekannte Art mit ca. 1,5 cm Körperlänge

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Die größte Vogelspinneart in diesem Gebiet ist eine Pamphobeteus sp, die von den Einheimischen " Chicken Spider " genannt wird. Diese lebt gelegentlich mit Engmaulfröschen zusammen und es wurde am Tambopata Research Center auch schon daran geforscht. Allerdings konnte ich bei keiner der gefundenen Tiere Engmaulfrösche entdecken. Ebenso keine juvenilen Tiere, die lange Zeit mit dem Muttertier einen Unterschlupf teilen sollen.

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frisch gehäutetes Weibchen

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Habitat der " Chicken Spider"

Im Regenwald selber ist es nahezu unmöglich, Baumbewohner zu finden, da diese hoch oben im Kronenbereich leben. Nach Bildern von Mitarbeitern von adulten Männchen, die hier und da mal gesehen wuden, gibt es mindestens 3 Arten von Baumbewohnern. Die häufigste Avicularia Sp. findet man am einfachsten in Plantagen oder in der Nähe von Siedlungen.
Avcicularia sp. " Tambopata "

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juveniles Tier

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Habitat von Avicualria sp. " Tambopata"

eine weitere unbekannte baumbewohnende Vogelspinne.

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In den Bergen ist das Klima komplett anders mit kalten Temperaturen und sehr viel weniger Niederschlag.

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Trotzdem kann man in fast jedem Berghang eine andere Spinnenart entdecken. Die Tiere hier leben unter Steinen und diese werden am Tag durch die Sonne aufgeheizt und fühlen sich auch nach Sonnenuntergang eine ganze Zeit lang sehr warm an. Vielleicht ist dies einer der Gründe , warum Vogelspinnen in Gegenden leben, an denen es in der Nacht zu Temperaturen unter dem Gefrierpunkt kommt.
Dies ist ein typisches Habitat, in dem man verschiedenste Spinnen finden kann.

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Latrodectus cf mirabilis

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Siccarius sp.

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Lycosidae sp.

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Opiliones sp.

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Habitat einer unbekannten Vogelspinne in einer Höhe von 3200m

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juveniles Tier

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Weibchen

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Spinne im Habitat:

Habitat einer unbekannten Vogelspinne in einer Höhe von 3200m

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Auch diese Tiere leben unter Steinen

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Spinne im Habitat:

In einer recht trockenen Gegend auf ebenfalls 4200 Metern Höhe lebt diese wunderschön gefärbte Hapalotremus sp.

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Eingang zu einem Unterschlupf

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Hapalotremus sp. juveniles Tier

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adultes Weibchen

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Hapalotremus sp.

Eine weitere Spezies , welche auf 3200m lebt ist vermutlich eine Nemisidae der Gattung Acanthogonathus in Röhren unter Steinen
Habitat:

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entfernter Stein, man kann gut das Gespinnst des Unterschlupfes sehen.

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adultes Weibchen und juveniles Tier

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Nach meiner Reise durch die Berge verbrachte ich eine Woche im Tamshiyacu - Tahuyao Reservat im Nordosten des Landes. Auch hier wird er größte Teil des Regenwaldes überflutet und aus diesem Grund kann man Vogelspinnen nur an bestimmten Stellen im Wald entdecken.
In einem nur sehr kleinen hügeligen Gebiet lebt Ranitomeya flavovittata. Diese Pfeilgiftfrösche sind bis auf dort nirgendwo sonst in dem Reservat ansässig.

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Am einfachsten findet man die Tiere, wenn man den Rufen der Männchen folgt.

Die Laubfrösche unterscheiden sich ebenfalls von denen aus Südperu

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Gottesanbeterin

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Bezüglich Arachniden gibt es eine große Diversität. Mit einer UV Lampe kann man nachts an Bäumen leicht Skorpione finden wie diesen Tityus sp.

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große Amblypigyd sp.

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verschiedene Aranea sp.

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Ebenso finden sich veschiedenste Salticidae

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Dieses war die größte Salticidae, die ich je gesehen habe. Vermutlich handelt es sich um Breda lubormirski

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Diese großen Pisauridae konnten mühelos auf dem Wasser treiben

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Sparassidae bei der Paarung

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Weibchen mit Kokon, ein junges Tier sitzt direkt daneben

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Diese Phoneutria sp. war in dieser Gegend sehr häufig und auch nach erheblicher Provokation überhaupt nicht aggressiv

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unbekannte Ctenidae

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Die mygalomorphen Spinnen waren auch mit verschiedenen Arten vertreten. Eine sehr hübsche aber kleine war diese Fufius sp. die hinter der Rinde von Palmen ihren Unterschlupf baut.

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Sehr häufig vor allem an Hütten, Brücken und Bäumen in der Nähe von Siedlungen war Ischnothele caudata

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adultes Männchen, gut sind die Tibiaapophysen zu sehen

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Manches mal kann die Suche nach Spinnen auch gefährlich werden. An diesem Baum lebten viele Ischnothele caudata und eine Avicularia. Der Baum war aber auch von einem anderen Tier bewohnt:

In der Nacht lauern Avicularia auf Beute. Auch hier kann man die adulten Weibchen direkt im Wald kaum finden. In der Nähe von Siedlungen auf Plantagen und Palmen ist es einfacher.

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Im Juni liefen auch noch vereinzelt adulte Männchen herum.

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Aber auch wenn die Weibchen paarungsbereit waren...die Männchen hatten keine rechte Lust mehr.

In Plantagen oder auf Lichtungen lebte diese Vogelspinne in ca. 60-80 cm tiefen Röhren in kleinen Kolonien. Diese Tiere habe ich schon in Nordecuador finden können.

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Tief im Regenwald im gleichen Habitat wie Ranitomeya flavovittata konnte ich Cyriocosmus bertae finden. Dieses ist die größte beschriebene Cyriocosmus Art. Die Tiere sind unglaublich flink.

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Cyriocosmus bertae in Wohnröhre

Dieses Tier fand ich unter Holz am Waldboden, vermutlich eine juvenile Ami sp.

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Ebenfalls unter Holz war diese unbekannte juvenile Spinne

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